Erinnert ihr euch noch an euren ersten Kinobesuch? Alles wirkte riesig. Der Duft von süßem Popkorn und Butter stieg einem in die Nase. Erwartungsvoll und gespannt saß man dann da mit einer Tüte in einem roten Samtkinosessel und wartet darauf, dass sich endlich der Vorhang öffnet und der Film losgeht. Ich würde ja zu gerne mal ein Stummfilm miterleben, wo während des Film noch Klavier gespielt wird. Dieser Film stammt von einem berühmten Filmemacher aus dem Jahre 1902: Georges Méliès. Man sagt, dass er ein Pionier der Filmgeschichte war und der Erfinder des narrativen Films. Leider sind heute nicht mehr so viele Filme von ihm erhalten. Le voyage dans la lune ist wohl sein bekanntester Film.
Kennt ihr schon Hugo Cabret? Letztes Jahr habe ich das Buch von Brian Selznick gelesen. Es ist einfach toll, vor allem wird es einzigartig weil es ein Buch in Wort und Bildern ist. In diesem Buch gibt es über 150 schwarz-weiß Illustrationen, die mit sehr viel Liebe im Detail stecken. Die meisten hat der Auto selbst gemacht. Andere Zeichnungen sind von Georges Méliès.
In dem Buch geht es um einen Waisenjungen,Hugo, der 1930 in einem Pariser Bahnhof die Uhren wartet. Eigentlich ist das ja die Arbeit seines Onkels Claude, doch der ist verschollen. So kann er dem Waisenhaus entgehen und durch die verborgenen Gänge im Bahnhof wandern.
Wenn er sich nicht um die Uhren kümmert, versucht er einen mechanischen Menschen zu reparieren, denn sein verstorbener Vater einmal in einem Museum gefunden hat. Er glaubt, dass diese Maschine eine letzte Botschaft von seinem Vater ist.
Die notwendigen Ersatzteile für die Maschine stiehlt er dem alten Spielzeughändler Papa Georges des Bahnhofs. Doch eines Tages wird Hugo erwischt und das Leben der beiden verknüpft sich. Zusammen mit der Stieftochter von Papa Georges, Isabell, findet er heraus, dass es sich eigentlich bei dem alten Mann um Georges Méliès handelt. Einen berühmten Regisseur, der Stummfilme gemacht hat. Er selbst hat den Automaten gebaut. Seine Botschaft ist eine Zeichnung seines Film, die Reise zum Mond.
Georges wollte seine Zeit, die er dem filmen geopfert hat vergessen, doch Hugo lässt ihn erkennen, welchen hohen Wert seine Film doch haben. Am Ende nimmt er Hugo auf und wird als Kinolegende geehrt. Das ganze Buch ist eine Hommage an die vergangene Filmkunst und vor allem an Georges Méliès.
Für alle die Lesemuffel sind, ist im letzten Winter der Film dazu erschienen. Natürlich habe ich ihn mir im Kino angeschaut und die 3D Effekte waren einfach atemberaubend. So schön ist selten ein Buch in einen Film umgesetzt worden! Der Film selbst wurde mit 5 Oscars ausgezeichnet.
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